WU Beton

Wasserundurchlässige Betonkonstruktionen

Bei Bauwerken aus WU Beton, zu denen auch die Weiße Wanne gehört, hat der Beton nicht nur statisch konstruktiv tragende Aufgaben, sondern gleichermaßen abdichtende Funktionen. Eingesetzt wird WU-Beton zum Beispiel bei vorhandenem Druckwasser, für Sohlplatten oder Kellerwände. Die Herstellung erfolgt in der Regel in Ortbeton, ebenfalls möglich ist die Errichtung von WU-Bauwerken aus Betonfertigteilen, beispielsweise Elementwänden als Dreifachwände aus Beton mit hohem Wassereindringungswiderstand.

Genaue Anweisungen zu Ausführungen von Weißen Wannen sind in der WU-Beton-Richtlinie des DAfStB (Deutscher Ausschuss für Stahlbeton) festgeschrieben. Neben der WU-Richtlinie gelten die allgemeinen Regelwerke. Nicht zur Anwendung kommt die DIN 18195, „Bauwerksabdichtungen“, da sie keine Regelungen für WU-Bauwerke enthält.

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Herr Christoph Papke
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Anforderungen WU BetonAusführung Weiße WanneBeanspruchungsartenAbdichtungsmöglichkeiten

Anforderungen an WU Beton

Für die Herstellung von WU-Bauwerken wird Beton mit hohem Wassereindringwiderstand nach DIN 1045 und DIN EN 206-1 verwendet. Die Mindestdruckfestigkeitsklasse beträgt C25 / 30, der Gehalt an Zement muss pro m³ WU-Beton mindestens 280 kg betragen. Höhere Festigkeitsklassen können sich zum Beispiel aus statischen Anforderungen der Bauwerke ergeben. Durch einen definierten Wasserzementwert wird die Dichtigkeit des Betons sichergestellt.

Über die Expositionsklassen sind die Anforderungen zur Gewährleistung der Dauerhaftigkeit des Betons festgelegt und die Betonzusammensetzung entsprechend angepasst. Für die Einbaukonsistenz von WU-Beton als Ortbeton wird mindestens die Konsistenzklasse F3 oder weicher empfohlen.

Weitere Vorgaben ergeben sich zum Beispiel für die Rissbreitenbegrenzung oder mögliche Verformungen aufgrund von Hydratationswärme oder Trocknungsschwindung.

Wichtige Punkte für die Ausführung der Weißen Wanne

Eine perfekt geplante Weiße Wanne ist so konzipiert, dass ein Bauwerk entsteht, das dauerhaft funktionsfähig ist und nicht durch Feuchteeinwirkung oder Wassereintritt beeinträchtigt wird. Um dies zu gewährleisten, müssen bereits in der Planung bauphysikalische Grundsätze bedacht und statisch konstruktive Kriterien erfüllt sein. Nur so lassen sich mängelfrei WU-Betonbauwerke herstellen. Die WU-Richtlinie gibt hierzu genaue Auskunft. Zur Planung und Ausführung:

  • Im ersten Schritt werden Beanspruchungsklasse und Bemessungswasserstand (BWS) ermittelt. Der BWS lässt sich auf Grundlage von Grundwasserflurstandskarten erstbemes-sen.
  • Festlegung der Nutzungsklasse anhand des geplanten Bauvorhabens und damit auch die erlaubten Toleranzen.
  • Anforderungen der Bauphysik, die sich aus der Nutzung ergeben, zum Beispiel Wärme-schutz, Feuchteschutz, Heizung und Lüftung.
  • Bestimmung der Mindestwanddicken aus der Beanspruchungsklasse und anderen Anfor-derungen.
  • Festlegen von Druckgefälle und rechnerischer Rissbreite
  • Optimierung der Konstruktion insbesondere hinsichtlich der Zwangsbeanspruchung
  • Fugenaufteilung und Abdichtungsanforderungen bestimmen
  • Einbauteile und Durchdringungen planen und berücksichtigen

Beanspruchungsarten für WU Beton und Nutzungsklassen

Für Weiße Wannen sind in der WU-Richtlinie zwei Beanspruchungsklassen definiert. Die Beanspruchungsklasse ist davon abhängig, in welcher Art das anstehende Wasser auftritt.

  • Die Beanspruchungsklasse 1 gilt für drückendes und nicht drückendes Wasser sowie zeitweise aufstauendes Sickerwasser, das sich auf wenig durchlässigen Bodenschichten ohne Dränung aufstauen kann.
  • Zur Beanspruchungsklasse 2 zählen nicht stauendes Sickerwasser auf stark durchlässigen Böden und auf wenig durchlässigen Böden mit Drainage nach DIN 4095 sowie Bo-denfeuchte mit kapillar gebundenem Wasser.
  • Abhängig davon, welche Funktion das fertige WU-Bauwerk haben soll, gibt es zwei verschiedene Nutzungsklassen, für die unterschiedliche Toleranzen hinsichtlich der Dichtigkeit gelten. Man unterscheidet:
  • Die Nutzungsklasse A als Standard im Wohnungsbau sowie für Lagerräume mit hochwer-tiger Nutzung
  • Die Nutzungsklasse B für Einzel- und Tiefgaragen, Installations- und Versorgungsschächte sowie Lagerräume mit geringen Anforderungen

In der Nutzungsklasse A ist Wasser nicht zulässig, auf der Oberfläche dürfen sich keine Feuchtstellen bilden. Eine Tauwasserbildung ist grundsätzlich zulässig, kann aber je nach Abstimmung durch besondere zusätzliche Anforderungen an das Raumklima und die Bauphysik ausgeschlossen werden. In der Nutzungsklasse B werden dagegen Feuchtstellen und Verfärbungen oder auch Wasserperlen toleriert. Nicht zulässig ist auch hier ein Wasserdurchtritt. Durch besondere Vereinbarungen im Bauvertrag können über die definierten Nutzungsklassen hinaus besondere Regelungen an das Bauwerk (Bauwerksabdichtung) wie zum Beispiel einen WU-Beton Keller bestehen (Kellerabdichtung).

Möglichkeiten der Abdichtung von Weißen Wannen

Auch wenn der Anspruch an eine Weiße Wanne darin besteht, ein möglichst monolithisches und damit wasserundurchdringliches Bauwerk zu schaffen, sind Arbeitsfugen oder Dehnfugen nicht zu vermeiden. Hier sind geeignete Systeme für die WU Beton Abdichtung einzubauen wie sie zum Beispiel in den B.T. Abdichtungsprodukten zu finden sind. Geeignet und zugelassen für Abdichtungen im Bereich von WU-Beton-Konstruktionen ist das Produkt SynkoElast, das zu den geregelten Fugenbändern gezählt wird.

Welche Fugenabdichtung zum Einsatz kommt, hängt vom zu erwartenden Wasserdruck ab. In der Richtlinie werden weiterhin zwei Arten von Fugenabdichtungen unterschieden:

  • Unbeschichtete Fugenbleche für den Innenbereich sowie Fugenbänder für Innen und Außen zählen zu den geregelten Fugenabdichtungen.
  • Als nicht geregelte Fugenabdichtungen werden unter anderem Injektions- und Verpressschläuche, Quellprofile, Dichtrohre, beschichtete Fugenbleche oder Kombinationslösungen bezeichnet. Für diese Abdichtungsvarianten müssen allgemein bauaufsichtliche Prüf-zeugnisse (ABP) als Verwendbarkeitsnachweis vorliegen.

Hohe Anforderungen an die Abdichtung einer Weißen Wanne stellen weiterhin alle Arten von Durchdringungen wie Rohrdurchführungen, Leitungskanäle oder Ankerhülsen aus der Schalungsverspannung. Um den Dichtungsaufwand zu minimieren, sollte bereits in der Planungsphase auf möglichst wenige Durchdringungen geachtet werden oder andernfalls im rechten Winkel durch die Wandungen führen.

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